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Was macht Stress mit unserem Gehirn?


Was macht Stress mit unserem Gehirn?

Druck am Arbeitsplatz, Spannungen in der Familie, finanzielle oder gesundheitliche Probleme – jeder Mensch erlebt in seinem Leben stressige Phasen. In diesem Blog erkläre ich, was Stress mit unserem Gehirn macht.

Wenn der Stress zum ständigen Begleiter wird, gerät unser Körper und damit auch unser Gehirn aus seinem natürlichen Gleichgewicht.


Die Amygdala – die heimliche Königin

Eine sehr wichtige Hirnregion für unser das Erleben von Stress ist die Amygdala. Sie ist Teil des limbischen Systems und sitzt in der rechten wie auch linken Gehirnhälfte. Die Amygdala ist unsere Angstzentrale im Gehirn. Sie spielt eine große Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen, vor allem die Wut und Angst. Diese Hirnregion entsteht im letzten Drittel der Schwangerschaft. Darum erlebt das Kind die Gefühle der Mutter mit. Die Amygdala wird ultraschnell und ziemlich unkontrolliert aktiv, sobald unser Gehirn eine Situation als neu oder potenziell gefährlich interpretiert – darum nennt man sie häufig auch die heimliche Königin.


Als Folge wird das Stresshormon Cortisol freigesetzt und unser Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt. Der Blutdruck steigt, die Atmung wird schneller und die Muskeln spannen sich an. Unser Körper ist bereit zu handeln. So können wir schneller auf potenzielle Gefahren reagieren. Es macht uns aufmerksamer und leistungsfähiger. Sobald die Situation vorbei ist, entspannt sollte sich unser Körper wieder entspannen.


Der Hippocampus – das schlaue Seepferdchen

Der Hippocampus ist ebenfalls in beiden Hirnhälften vorhanden und ebenfalls Teil des limbischen Systems. Im Hippocampus können wir auch im Alter noch neue Neuronen bilden. Er braucht Wiederholung, neue Impulse, soziale Kontakte, positive Emotionen, Ruhe, Sauerstoff und Fettsäuren. Er speichert wichtige, dringende und neue Infos zuerst ins Kurzzeitgedächtnis und mit dem Tiefschlaf ins Langzeitgedächtnis ins Grosshirn. Der Hippocampus ist auch zuständig für die Wortfindung, räumliche Orientierung und die Wahrnehmung. Der Hippocampus kann am optimalsten funktionieren, wenn wir in einer entspannten Atmosphäre und gutgelaunt sind. Er mag Bewegung, Neues lernen, Wasser trinken und die Botenstoffe Serotinin, Adrenalin, Oxytocin und Dopamin (Glückshormon). Er verliert seine Energie, wenn die Amygdala aktiv ist. Sie sind Gegenspieler.


Cortisol – das Stresshormon

Wenn wir zu viele negative Reize erhalten, wird unser Körper in Alarmbereitschaft gesetzt. Die HNA-Achse, die Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinden-Achse versucht den Körper darauf anzupassen. So wird zum Beispiel das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet.

Cortisol hat grundsätzlich eine wichtige Funktion. Die Ausschüttung von Cortisol zielt auf die Bereitstellung von schnell verfügbarer Energie bei Stress. Es lässt uns am Morgen aufstehen und macht uns bereit für Action. Erst wenn chronisch zu viel oder zu wenig davon ausgeschüttet wird wird’s zu einem Problem.


Ein Überschuss an Cortisol wird sehr häufig mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit und Fehlfunktionen des Immunsystems in Verbindung gebracht. Besonders für dein Gehirn kann ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel jedoch problematisch sein.


Der Hippocampus wird stillgelegt

So legt Cortisol den Hippocampus lahm. Die Hirnzellen können überstimuliert werden und frühzeitig altern. Da dieser Hirnbereich für das Gedächtnis und das Lernen zuständig ist, kommt es unter Stress zu einem Blackout und einer Konzentrationsschwäche.


Ebenfalls kommt mit einem zu hohen Cortisolspiegel auch der Schlaf unter Beschuss. Cortisol ist nämlich der Gegenspieler vom Einschlafhormon Melatonin. Ist dein Cortisolspiegel am Abend also erhöht, kann dies dazu führen, dass du ständig in einer Art Alarmbereitschaft bist. Wenn du schlecht schläfst und kaum in den Tiefschlaf kommst, regenerierst du schlechter, was dein Stresslevel für den nächsten Tag wiederum erhöht. Ein Teufelskreis der im Burn-out enden kann.


Gerade auch Personen die von ADHS betroffen sind sowie Hochsensible Personen, sind gefährdet durch zu viele Reize, die ungefiltert auf sie einprasseln, ein Ungleichgewicht im Cortisol-Spiegel zu haben.


Cortisol Abbau

Cortisol lässt sich mit Bewegung, genug Schlaf und Ernährung abbauen.


Nahrungsmittel enthalten zwar nicht direkt Cortisol sie erhöhen deinen Spiegel aber indirekt, da Cortisol an verschiedenen Stoffwechsel- und Regulierungssprozessen beteiligt ist. Darum solltest du dich, wenn möglich und vor allem immer Abends von Zucker, Koffein und frittierte Lebensmittel weghalten.


Wie bereits erwähnt, ist um das Cortisollevel zu senken, ein gesunder und qualitativ guter Schlaf essentiell. Wenn du am Abend Schwierigkeiten hast, einzuschlafen und runterzukommen, empfehle ich dir in einer Atemtherapie Atem-Übungen zu lernen, welche dich beruhigen und entspannen.


Auch durch Bewegung, kannst du den Cortisol Überschuss abbauen. Bei der sportlichen Betätigung geht es gerade nicht darum, möglichst lange und hart zu trainieren. Im Gegenteil, durch zu viel oder zu hartes Training erhöht sich tatsächlich das Cortisol. Darum ist auch das stressreduzierende Gehirnfitnesstraining ideal. Es ist ein ganzheitliches Training zur Förderung der koordinativen und kognitiven Fähigkeiten. Die Übungen schaffen einen Ausgleich und sind gar nicht bis wenig streng – je nach Fitnesslevel halt.


Doch neben diesen körperlichen Auswirkungen, kann die Wirkung von Bewegung und Atemtherapie auch psychologisch erklärt werden. So lenkt beides von Sorgen, Gedankenkreisen und Ängsten ab und gibt dem Gehirn und dem Gedankenkreisen eine Pause.


Möchtest du etwas nachhaltig gegen Stress unternehmen, dann melde dich bei mir für eine Atemtherapie oder ein Personal Training. Ich zeige dir einfach Übungen für den Alltag und sorge dafür, dass du in Bewegung bleibst.

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