Wie Reizgriffe Atemwegserkrankungen und Verspannungen lösen können


Atemwegserkrankungen Therapie bei Nathalie Meyer bewegt
Gestern besuchte ich eine kurze, aber intensive Weiterbildung zum Thema Atemwegserkrankungen.

Da mich das Thema Atemwegserkrankung und die entsprechende Weiterbildung sehr interessiert hat, habe ich mich entschlossen, am zusätzlichen Praxistag teilzunehmen.


Am Seminar haben wir verschiedenste atemerleichternde Stellungen, spezifische Ateminterventionen auf der Behandlungsliege und Übungen, welchen den Klienten helfen besser zu atmen oder ihnen zumindest ein befreiendes, sicheres Gefühl geben, vertieft und repetiert.

Es gibt vielfältige Erkrankungen der Atemwege mit unterschiedlichen Ursachen:

  • Asthma

  • cystische Fibrose (Mukoviszidose)

  • Lungenentzündung

  • Tuberkulose

  • chronische Bronchitis

  • Lungenemphysem (COPD)

Aber auch alle restriktiven Erkrankungen, welche die Atmung erschweren gehören dazu. Es gibt verschiedene Behandlungskonzepte dazu.


Reizgriffe für mehr Atem

Eine der Behandlungsformen, die wir vertieft haben, war die reflektorische Atemtherapie (RAT). Ihr Ziel ist, die Atemkapazität der Klienten im Sinne einer dreidimensionalen Atmung zu verbessern.

Wer z.B. wie Asthma-Patienten durch die veränderte Atemmechanik eine verkrampfte und verspannte Schultern-Nacken-Muskulatur hat, dem können die Reizgriffe helfen. Oft ist bei den Betroffenen die Bauchatmung sehr schlecht und die Atem-Hilfsmuskulatur an Brustkorb und Rücken funktioniert nicht mehr richtig, weil die kleinen Gelenke der Rippen an Brustkorb, Brustbein und den Wirbelkörper blockiert sind. Die Atmung kann sich also nirgendwo ausbreiten.


Wie funktionieren diese Reizgriffe?

Zuerst wird mithilfe einer besonderen Atem-Massage die Atemmuskulatur und -Hilfsmuskulatur mobilisiert. Im zweiten Schritt dann setzt man sogenannte Reizgriffe ein, um gezielte Dehnungs-, Druck- und Schmerzreize auszulösen. Das alles führt zu einer Verbesserung des Atembewegungsablaufs.


Die Reizgriffe geben einen Impuls zur vertieften Atmung, so dass mehr Raum entsteht. Sie öffnen den ganzen Brustkorb und bringen die Atmung bis in den Bauch.


Die RAT nutzt innerhalb ihres Konzeptes sämtliche Strukturen des im Körper vorhandenen Netzwerkes. Dazu gehören z.B. Faszien, neuronale Verbindungen und Muskeln. Sie bietet so ein sehr breites Arbeitsfeld mit Klienten:

  • Störungen und Erkrankungen des Atmungssystems

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates

  • Verspannungen

  • Bei psychischen Störungen oder Erkrankungen z.B. Depression

Behandlungsziele

Die Behandlungsziele von RAT sind vielfältig:

  • Regulierung des Muskeltonus

  • Aktivierung der Zwerchfellbewegung

  • Vergrösserung des Atemvolumens

  • Beweglichkeit des Brustkorbes

  • Unterstützung beim Abhusten von Schleim

Eigenerfahrung: Mehr Schnuf & Entspannung

Diese Behandlungsform bringt nicht nur Klienten mit Atemwegserkrankungen mehr Atemvolumen und Entspannung. Im Prinzip kann jeder davon profitieren. Am IKP erfahren wir stets auch Behandlungen an uns selber. Es war für mich erneut sehr eindrücklich, wie gut diese Reizgriffe bei mir funktionieren. Ich hatte am Schluss definitiv eine verbesserte Atmung und war ganz entspannt.

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